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Wie werde ich ein guter Barfer?

Der Begriff „Barf“ stammt von dem englischen Ausdruck „Born Again Raw Feeders“ ab und wurde von der Kanadierin Debbie Tripp geprägt, ist als Ernährungsmodell aber auf den australischen Tierarzt Ian Billinghurst zurückzuführen. Im Deutschen übersetzt man Barf vielfach mit „Biologisch artgerechtes rohes Fleisch“. Dies stimmt allerdings nicht ganz, da Hunde im Vergleich zu Katzen keine reinen Fleischfresser, sondern Gemischtköstler sind. Insofern ernähren Barfer ihre Hunde nicht nur mit rohem Fleisch, sondern ganz allgemein mit rohem Futter.

Eine Idee, die in den letzten Jahren unter Hundehaltern immer mehr Zustimmung findet. Inzwischen kochen etwa 10% der Hundebesitzer für ihren vierbeinigen Freund, 2% der Hunde haben sogar einen Barfer als Besitzer – Tendenz steigend! Aber schafft man es, einen Hund mit selbst produziertem Barf wirklich gesund zu ernähren?

Welche Vorteile haben Barfer?

Barfer wissen genau, was ihre Tiere zu fressen bekommen und können dadurch potenzielle Futtermittelallergien und die Gabe von ungesunden und unpassenden Futtermittelzusätzen geschickt umgehen. Eine umfassende, gesunde und vor allem artgerechte Fütterung des Hundes ist also durchaus sehr gut machbar. Allerdings setzt die Ernährung mit rohem Futter auch voraus, dass sich Barfer gut mit dem Nährstoffbedarf ihres Hundes auskennen.

Welche Futtermittel planen Barfer ein?

Die grundsätzlich wichtigsten Futtermittel für Hunde sind Fleisch (Rind, Geflügel, Kaninchen, Pferd), Fisch, Innereien (unter anderem Magen, Herz, Leber, Pansen), Knochen, Gemüse, Obst, Kräuter, Fette / Öle, Eier und Milchprodukte.

Hier ein kleiner Überblick über einige Aspekte:

Fleisch und Innereien punkten durch einen hohen Eiweißanteil und eine hohe Verdaulichkeit. Man sollte als Barfer jedoch berücksichtigen, dass zu viel Leber zu einer Vitamin-A-Überdosis führen kann. Auch bindegewebsreiche Schlachtabfälle wie Lunge können im Übermaß lebensgefährliche Fehlgärungen verursachen.

Knochen enthalten viele Mineralien, lösen aber bei zu häufiger Gabe Verstopfungen aus. Zudem lassen harte (Oberarm- oder Oberschenkel-) Knochen die Zähne brechen. Besser sind Knochen von jüngeren Tieren wie Kälbern oder weichere Knochen wie die des Brustbeins.

Auch Obst und Gemüse haben harte Zellwände, die der Hund in seinem Verdauungstrakt allerdings nicht aufbrechen kann. Deswegen müssen sie immer fein püriert oder gekocht werden.

Und Achtung: Manche Sorten (wie Weintrauben, Zwiebeln oder Avocados) sind für den Hund giftig! Insofern muss man als Barfer genau im Überblick haben, was der treue Vierbeiner überhaupt an Obst und Gemüse fressen darf.

Welche weiteren Faktoren spielen eine Rolle?

Von entscheidender Wichtigkeit im Umgang mit rohem Fleisch ist eine konsequente Hygiene, da Bakterien und Viren – genau wie bei Hackfleisch – ein leichteres Spiel haben. Barfer achten daher besonders penibel darauf, dass Kinder oder chronisch Kranke nicht zu nah mit dem Hundefutter in Berührung kommen.

Eine gute Anlaufstelle für Barfer, die gerade erst einsteigen und keine Fehler machen wollen, ist ein Tierarzt, der sich mit dem Barfen auskennt. Er hilft dabei, den individuellen Bedarf des eigenen Hundes anhand seines Alters, seines körperlichen Zustands, seiner Kondition, usw. zu bestimmen.

Kann man eine ausgewogene Barf-Ernährung tatsächlich selbst gewährleisten?

Einen Hund mit einer selbst produzierten Barf-Ernährung gesund zu füttern, ist durchaus ohne Probleme möglich.

Man sollte sich dafür aber jederzeit um qualitativ hochwertige Zutaten bemühen, den Hund vom Tierarzt regelmäßig checken lassen und sich bewusst sein, dass es beim Barfen nicht um das „perfekte tägliche Dinner“ geht, sondern um eine ganzheitlich passende Futterform handelt. Gutes Gelingen!

Quelle Titelbild: tranmautritam / Pixabay, creative commons public domain