Nicht jeder Hundebesitzer vertraut bei der Ernährung seines Hundes auf Dosen- und Trockenfutter. Vielleicht also doch lieber rohes Fleisch verfüttern – so ähnlich wie bei seinem Vorfahren, dem Wolf, der sich bis heute so ernährt? Da aber natürlich niemand seinem Hund ein ganzes, totes Kaninchen auf den Wohnzimmerteppich werfen möchte, ist Barf eine gute Alternative. Hier wird mit rohem Fleisch und Zusätzen gefüttert. Der Hundehalter hat die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was in den Fressnapf kommt. Und rohes Fleisch für Hunde ist leichter zu bekommen, als man denkt.
Beim Barfen (Barf: Biologisch artgerechte Rohfütterung) bekommt der Hund etwa zu 80% rohes Fleisch und zu ca. 20% rohes Gemüse und Obst sowie Zusatzstoffe. Verfüttert wird nicht nur reines Muskelfleisch, das wäre zu einseitig! Rohes Fleisch für Hunde besteht auch aus Knorpel, Sehnen, Kehle und Knochen. Außerdem bieten Innereien viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Dazu zählen Herz, Leber, Nieren, Lunge oder Milz. Besonders beliebt bei Hunden sind auch Pansen und Blättermagen.
Wo gibt es rohes Fleisch für Hunde in der Nähe?
Abgepacktes Fleisch, oft tiefgefroren und/oder in getrockneter Form, gibt es in manchen gut sortierten Tierfutterhandlungen und in Barf-Läden vor Ort. Manche dieser Läden bieten ihre Produkte auch in eigenen Internetshops an.
Bei einigen Metzgern/Fleischern gibt es Schlachtabfälle sehr günstig. Das sind Schlachtnebenprodukte, die der Mensch meist nicht isst, die der Hund aber braucht. Nicht jeder Fleischer macht sich jedoch die Arbeit, eine Tüte mit den unterschiedlichsten Fleischresten und Innereien zusammenzustellen. Vielleicht muss man hier etwas herumfragen, bis man den passenden Metzger gefunden hat.
Auch auf Wochenmärkten und Erzeugermärkten (von Bauern) lassen sich gut Kontakte zu Biofleisch-Anbietern knüpfen.

mp1746 / Pixabay, creative commons public domain
Wer weitere Wege in Kauf nehmen möchte, um an rohes Fleisch für Hunde zu kommen, wird vielleicht beim nächsten Schlachthof fündig. Hier gibt es oft sehr günstig Schlachtabfälle, die für das Barfen geeignet sind. Auch kleine Landschlachtereien und Hofläden von Bio-Bauernhöfen kommen als Lieferanten in Frage.
Die Preise für Schlachtabfälle schwanken zwischen kostenlos und sehr günstig. Es kommt auf den Fleischer und die Zusammensetzung der Fleischmischung an.
Rohes Fleisch für Hunde im Internet
Angeboten werden Barf-Produkte in reinen Barf-Onlineshops, in einigen Online-Tierhandlungen sowie in Onlineshops, die ihre Waren auch in Offline-Läden anbieten.
Zu den gängigsten Fleischsorten, die meist in Form von Frostfleisch verschickt werden, zählen Rind, Lamm und Kaninchen. Fleisch von Pferd, Wild sowie Strauß oder Känguru – alles Fleischarten, die sich besonders für Hunde mit Allergien eignen – lassen sich dort aber auch finden.
Das Fleisch wird teils geschnitten oder als Gehacktes angeboten und portionsweise abgepackt. Sehnen, Knorpel, Knochen gehören ebenso zum Sortiment wie Gemüse- oder Obstzusätze in Flockenform. Oft werden Menüs oder Fleischmischungen auch als fertige Mahlzeiten angeboten.
Die Preise der Barf-Onlineshops variieren je nach Angebot, Portionsgröße und Anbieter. Blättermagen z.B. kostet unter den Anbietern zwischen 2,40 € und 3,90 € pro Kilo. Vergleichen kann sich also lohnen!

nattanan23 / Pixabay, creative commons public domain
Geliefert wird rohes Fleisch für Hunde in Styropor-Boxen, was die gefrostete Ware länger kühl hält als Standardversand oder Express. Lieferkosten unterscheiden sich je nach Anbieter. Viele Internet-Shops bieten dem Kunden auch telefonische Beratung oder eine E-Mail-Adresse für Fragen an.
Rohes Fleisch für Hunde kaufen: Was ist zu beachten?
Nicht auf den Speiseplan sollte rohes Schweinefleisch, da es den für Hunde tödlichen Aujeszky-Virus enthalten kann. Auch Röhrenknochen von Hühnern sind tabu. Sie können splittern und Speiseröhre und Magen-/Darmtrakt verletzen.
Rohes Fleisch für Hunde sollte auf jeden Fall Lebensmittelqualität haben. Um die Qualität von aufgetautem Frostfleisch oder gelagertem Fleisch zu beurteilen, sind folgende vier Punkte zu beachten:
- Tritt beim Auftauen und Lagern viel rot gefärbtes Wasser aus, deutet das auf Stress des Tieres vor oder während des Schlachtens hin: Schlechtere Fleischqualität!
- Fleisch und Innereien (außer Pansen und Blättermagen) riechen neutral. Riecht es doch, ist es minderwertige Qualität.
- Je länger Fleisch vorm Einfrieren liegt, desto grauer wird es. Je grauer, desto schlechter!
- Wenn das aufgetaute Fleisch einen leicht schmierigen und riechenden Film aufweist, ist es nicht frisch.
Selber zubereiten oder im Internet kaufen?
Wer jede Mahlzeit für seinen Hund selbst zubereitet, hat einen gewissen Zeitaufwand. Dafür kann er aber die Fleisch- und Portionsgrößen und den Napfinhalt selbst bestimmen. Entscheidet man sich, Fleischprodukte und fertige Mahlzeiten im Internet zu bestellen, spart dies viel Zeit. Aber man muss dann aufpassen, ob die angebotenen Portionsgrößen, die fertigen Menüs oder das zerkleinerte Fleisch zum eigenen Hund überhaupt passen.
Beide Varianten ersetzen zwar kein frisch erbeutetes Tier, sind aber ein gesunder Ersatz. Und der Wohnzimmerteppich bleibt auch sauber.
Quelle Titelbild: PublicDomainPictures / Pixabay, creative commons public domain