Tiefgefrorenes Fleisch und was es dabei zu beachten gilt

Das Barfen bezeichnet die Fütterung roher Produkte an Haustiere wie Hunde oder Katzen. Zumeist handelt es dabei um fleischhaltige Produkte, die beispielsweise durch geringe Mengen an Gemüse, Obst oder Knochen ergänzt werden. Da man nicht jeden Tag frisches Fleisch aus der Metzgerei oder dem Supermarkt zur Hand hat, kommt selbstverständlich auch tiefgefrorenes Fleisch öfter zum Einsatz.

Wie gesund ist tiefgefrorenes Fleisch für Hunde?

Auch wenn man vielleicht zunächst annimmt, man könne seinem Hund mit rohem Fleisch Schaden zufügen, so ist dies absolut nicht der Fall. Hunde haben von Natur aus die Verdauung eines Fleischfressers, was sie von den Wölfen – ihren Ahnen – übernommen haben. Somit haben sie keine Probleme, rohes bzw. tiefgefrorenes Fleisch, das aufgetaut wurde, zu verdauen. Allerdings ist es hier wichtig, auf einige Aspekte näher zu achten.

Die richtige Kühltemperatur und Haltbarkeit von Fleisch

Frisches Fleisch verdirbt bekanntlich recht schnell. Deshalb ist es wichtig, es stets gut gekühlt bei Temperaturen von maximal zwischen +2 und +7 Grad bzw. eingefroren bei -18 Grad zu lagern.

Haltbar ist das Fleisch dabei unterschiedlich lange – hier kommt es auf die Sorte an! Gefrorenes Schweinefleisch ist zwischen sechs und neun Monate, Geflügelfleisch zwischen vier und sieben Monate, und Kalbfleisch bis zu neun Monate lang haltbar. Rindfleisch stellt aber die größten Spitzenwerte auf mit einer Haltbarkeit von maximal 18 Monaten.

So taut man tiefgefrorenes Fleisch am besten auf

Nehmen Sie tiefgefrorenes Fleisch zum Auftauen aus der Verpackung und legen Sie es in einer Schüssel wieder in den Kühlschrank. Das komplette Entnehmen aus der Verpackung ist insbesondere dann angebracht, wenn das Fleisch vakuumverpackt war

Der Grund: Tiefgefrorenes Fleisch darf in keinem Fall luftdicht abgepackt sein, während es auftaut, weil ansonsten eine Botulismus-Erkrankung die gefährliche Folge sein kann. Diese Erkrankung, auch Fleischvergiftung genannt, ist nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen lebensgefährlich.

Verantwortlich hierfür ist der Erreger Clostridium botulinum, dem selbst starke Kälte und Hitze bzw. Austrocknung nichts ausmachen. Lässt man das Tiefkühlfleisch einfach in der geschlossenen Verpackung, kann sich dieser Erreger hervorragend vermehren. In ihm ist zudem das bekannte Nervengift Botulinumtoxin, kurz genannt Botox, enthalten und verursacht unter anderem Durchfall, Erbrechen und Magenkrämpfe.

Sollte die Verpackung bereits vor dem Auftauen aufgebläht sein, ist dies ein Anzeichen dafür, dass das Fleisch verdorben ist. Hier wäre die Gefahr, sich mit dem Botulinum-Erreger anzustecken, besonders hoch.

Tiefgefrorenes Fleisch ist für Hunde beim Barfen keinesfalls ein Problem
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Was weiterhin beim Thema tiefgefrorenes Fleisch und Hygiene zu beachten ist

Rohes Schweinefleisch sollte man an den Vierbeiner eher nicht verfüttern. Dieses kann unter Umständen das sogenannte Aujeszky-Virus enthalten, was für Hunde im Falle einer Ansteckung immer tödlich endet. Allerdings ist es natürlich kein Problem, das Schweinefleisch durchgekocht zu servieren, da dadurch das Aujeszky-Virus abstirbt.

Tatsächlich gibt es noch viele weitere Erreger, die tiefgefrorenes Fleisch enthalten kann: Von Salmonellen über Toxoplasmose bis hin zu Pseudowut. All diese Erreger haben ein leichtes Spiel, wenn man Fleisch falsch auftaut und es mit der Hygiene nicht zu genau nimmt.

Grundsätzlich ist das Verdauungssystem eines Hundes jedoch so „ausgestattet“, dass es von Natur aus gut mit Krankheitserregern umgehen kann. Dies ist auf die sehr starke Magensäure von Hunden zurückzuführen, die Nahrung deutlich schneller zersetzt als es bei einem Menschen der Fall ist.

Dennoch ist es ein unbedingtes Muss, dass sich tiefgefrorenes Fleisch immer in einem guten Zustand befindet. Es ist wichtig, auf Hygiene zu achten und stets nur gut gekühltes Fleisch, das frisch aufgetaut wird, an das Tier zu verfüttern. Achten Sie deswegen darauf, bei Fleischprodukten genauso auf Hygiene und Frische zu achten, wie Sie es auch bei sich selbst tun.

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