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Barf für Hunde: Grundlegendes zum Einstieg

Barf für Hunde ist alles andere als eine Modeerscheinung. Es handelt sich dabei vielmehr um eine vollwertige Alternative im Vergleich zur Fütterung mit industriell hergestellter Fertignahrung.

Die Abkürzung Barf steht für „Biologically Appropriate Raw Food“ (übersetzt: biologisch artgerechtes rohes Futter) und genau das ist Barf auch – die Fütterung mit nicht weiterverarbeiteten Futtermitteln, die an die physiologischen Bedürfnisse des Vierbeiners perfekt angepasst sind.

Barf für Hunde – Artgerechte Hundeernährung

Der beste Freund des Menschen hat sich im Laufe der Domestizierung sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch in der Größe oft so stark verändert, dass die Verwandtschaft zum Wolf kaum noch zu erahnen ist.

Die grundlegende Physiologie ist jedoch auch noch bei den modernen Hunderassen zu finden. Wie der Wolf verfügen nach wie vor alle Hunde – vom Chihuahua bis hin zum Bernhardiner – über ein klassisches Raubtiergebiss und das Verdauungssystem eines Fleischfressers. Auch wenn Wölfe in der freien Natur in Notzeiten durchaus mit nahezu vegetarischem Futter überleben können, besteht ihre Ernährung im Idealfall doch vornehmlich aus frischem Fleisch. Pflanzliche Nahrungsanteile nehmen sie lediglich über den Mageninhalt ihrer Beutetiere auf.

Das im Handel erhältliche Fertigfutter enthält jedoch nicht selten einen viel höheren Getreideanteil, als für einen Fleischfresser dauerhaft gesund ist.

Zusammensetzung des Rohfutters

Entsprechend der natürlichen Ernährungsbedürfnisse liegt der Schwerpunkt beim Barfen auf der Fütterung mit rohem Fleisch, Innereien und Knochen. Barf für Hunde bedeutet jedoch nicht, dass das Futter keine weiteren Bestandteile enthält.

Für die Versorgung mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralien und Enzymen ist auch ein gewisser Anteil an Gemüse, Obst und Salat notwendig. Allerdings sollten diese pflanzlichen Nahrungsanteile püriert unter das Futter gemischt werden, da nur so die entscheidenden Bestandteile vom Darm des Hundes überhaupt aufgenommen werden können.

Obst und Gemüse darf bei Barf für Hunde auch nicht fehlen
Couleur / Pixabay, creative commons public domain

Ein Zusatz von Getreide ist bei gesunden Hunden nicht notwendig und kann sogar Allergien auslösen. Sollte aufgrund bestehender Erkrankungen eine Fütterung mit Getreide geboten sein, muss dieses geschrotet oder gekocht werden.

Fleisch, Knochen und Innereien

Auch wenn grundsätzlich fast alle Fleischsorten für Barf für Hunde geeignet sind, ist Rindfleisch besonders beliebt. Die meisten Hunde mögen diese Fleischsorte sehr gerne und das Muskelfleisch zeichnet sich nicht nur durch einen hohen Eiweißgehalt aus, sondern lässt sich auch hervorragend portionieren. Bei Hunden mit Gewichtsproblemen sollte jedoch bevorzugt Geflügelfleisch zum Einsatz kommen.

Geflügelknochen eignen sich wegen ihrer Neigung zum Splittern jedoch nicht zum Barfen und auch bei anderen Knochenarten sollte man Vorsicht walten lassen. Am besten geeignet für Gebiss und Verdauungstrakt sind deshalb große Markknochen.

Ein- bis zweimal pro Woche sollten vitaminreiche Innereien verfüttert werden – jedoch nicht häufiger, um eine gefährliche Überversorgung zu verhindern.

Rohes Schweinefleisch sollte man gänzlich meiden, da dieses das für Hunde gefährliche Aujeszky-Virus übertragen kann.

Vorteile von Barf für Hunde

Da Barf für Hunde der natürlichen Ernährung von Beutegreifern, wie sie auch Hunde sind, entspricht, ist das Futter perfekt auf die Bedürfnisse eines jeden Hundes abgestimmt.

Die in dem Rohfutter enthaltenen Proteine, Vitamine und Mineralien sorgen für eine gesunde Verdauung und Gesundheit im Allgemeinen. Dies zeigt sich in glänzendem Fell, geringem Körpergeruch und wohlgeformtem Kot. Auch die Widerstandskraft gegen Krankheitserreger erhöht sich dadurch.

Nicht zuletzt sorgt diese Form der Ernährung auch für eine natürliche Reinigung der Zähne, die deshalb sauber und gesund bleiben. Da beim Barfen das Futter weder künstliche Zusatzstoffe noch übergroße Menge an Kohlehydraten enthält, können damit auch Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Adipositas vermieden werden.

Barf für Hunde – Darauf sollte man achten

Wer seinen Hund barfen möchte, sollte sich im Vorfeld intensiv mit den Ernährungsbedürfnissen seines Hundes befassen und die benötigte Futtermenge eventuell von einem Experten genau berechnen lassen. Andernfalls kann es leicht zu einer Fehl- oder Mangelernährung kommen.

Außerdem ist Hygiene von größter Wichtigkeit, damit durch das rohe Fleisch keine Salmonellen, Würmer oder anderen Krankheitserreger übertragen werden.

Nicht zuletzt ist Barf für Hunde im Vergleich zu Fertigfutter auch etwas zeitaufwändiger.

Barf für Hunde ist gesund und macht die Vierbeiner glücklich
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Umstellung von Fertignahrung auf Barf für Hunde

Wenn ein Hund bislang ausschließlich Fertignahrung erhalten hat, muss die Umstellung auf Barf behutsam erfolgen. Dabei spielt nicht nur die Gewohnheit eine Rolle. Auch das Verdauungssystem muss sich erst an die veränderte Fütterung gewöhnen. Insbesondere Knochen müssen langsam eingeführt werden, da sonst Verstopfung auftreten kann.

Vergleichsweise einfach verläuft die Umgewöhnung, wenn der Hund bislang Dosenfutter erhalten hat. In diesem Fall genügt es meist, das Tier einen Tag lang fasten zu lassen, damit er auf das weniger intensiv riechende Rohfutter Appetit bekommt.

Falls bislang Trockenfutter ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung war, empfiehlt sich eine schrittweise Umstellung des Rohfutteranteils. Auftretenden Verdauungsproblemen kann man so zeitnah entgegen wirken.

Quelle Titelbild: Free-Photos / Pixabay, creative commons public domain