Auf Barf umstellen: So wird es ein Erfolg

Da auch heutzutage Getreide sowie Kartoffeln in der Regel immer noch billiger als Fleisch sind, besteht das Trockenfutter für unseren Haushund mehrheitlich aus verarbeiteten Körnern und anderen Kohlenhydrat-Quellen. Weil unser vierbeiniger Freund allerdings vom Wolf abstammt, wird schnell klar, dass die eigene Fellnase eigentlich etwas anderes zum Fressen braucht. Denn obwohl der Haus- und Hofhund schon sehr lange domestiziert ist (der Wolf wurde vor ungefähr 15.000 Jahren zum Jagdhelfer der Menschen), hat sich der Verdauungstrakt der Hunde noch lange nicht auf Getreide umgestellt. Wahrscheinlich bekamen die Tiere damals die Schlachtabfälle der Wildtiere als Nahrung. Auch Hofhunde auf den Bauernhöfen wurden mit rohen Fleischabfällen gefüttert und erreichten ein für Hunde beinahe biblisches Alter. Somit sollten auch wir unsere Vierbeiner auf Barf umstellen, wenn wir verhindern wollen, dass sie Stoffwechselstörungen, Allergien oder andere seltsamen Krankheiten entwickeln.

Auf Barf umstellen: Was ist zu beachten?

Beim Barfen handelt es sich um eine artgerechte Hundeernährung. Leidet der Hund an Allergien oder Verdauungsproblemen, kann dies häufig im Zusammenhang mit der bisherigen Trocken- oder Nass-Fütterung stehen. Wollen die Hundebesitzer nun auf Barfen umstellen, muss sich der Hundekörper auf gänzlich andere Gegebenheiten einstellen. Wie ist am besten vorzugehen?

Der Vierbeiner sollte nicht nur eine gesunde Nahrung erhalten. Es wäre natürlich ebenfalls zu wünschen, dass er damit auch zufrieden ist. Denn wer kennt ihn nicht, den treuherzigen Augenaufschlag seines Vierbeiners, der einem schnell alle guten Vorsätze über Bord werfen lässt.

Damit das nicht passiert und der vierbeinige Geselle auch richtig Appetit bekommt, sollte man ein bis zwei Fasttage einlegen. Dabei wird der Darm gänzlich entleert und vom Industriefutter entgiftet.

Welpen und betagte Hundesenioren

Ein kleiner Welpe, der frisch vom Züchter kommt (meist im Alter von acht bis zehn Wochen), braucht nicht so lange fasten. Es empfiehlt sich eine Mahlzeit auszulassen und ihn dann mit rohem Fleisch zu füttern. Das sollte aber in wirklich kleine Stücke geschnitten sein.

Den Hund auf Barf umstellen: Da macht der Welpe erst mal große Augen
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Auch bei älteren Hunden können die Hundehalter die Ernährung noch auf Barf umstellen. Bei betagten Vierbeinern bietet es sich an, sie am Anfang zur Hälfte mit ihrem gewohnten Futter zu versorgen und den Rest mit Barf-Futter zu ersetzen. Auf diese Weise ersetzt man das gewohnte Futter Zug um Zug. Die natürliche Ernährung wirkt sich in der Regel positiv auf das Befinden des Seniors aus. Natürlich sollte man die Fleischstücke „maulgerecht“ verabreichen.

Auch bei älteren Hunden mit etwas Übergewicht ist es ein Vorteil, wenn die Besitzer auf Barf umstellen. Wird das Gewicht durch natürliche Ernährung reduziert, geht es den Gelenken meist um einiges besser und die Tiere werden wieder um einiges fitter.

Die erste Barf Mahlzeit beim gesunden, ausgewachsenen Hund

Nach zwei Fasttagen bekommt der gesunde Vierbeiner seine erste Barf-Mahlzeit. Diese sollte am besten aus leicht verdaulichem Fleisch vom Huhn oder der Pute bestehen. Dem Fleisch kann etwas püriertes Gemüse oder Obst beigefügt werden. Überhaupt ist es sinnvoll, am Anfang nicht zu große Brocken zu verabreichen. Zudem sollte man keine zusätzlichen Fette oder Öle unter das Futter mischen. Auch mit dem Füttern von Innereien und Pansen ist erst zu beginnen, wenn sich der Hund an Barf gewöhnt hat.

Wie schon anfangs erwähnt, ist so mancher Vierbeiner ein liebenswerter Sturkopf, der das neue Futter verweigern kann. Er wird „seinen Menschen“ mit einem herzzerreißenden Blick anschauen. Das ist trotzdem kein Grund, schwach zu werden. Das Fleisch kann „englisch“ überbraten oder überbrüht werden. In der Regel wird man den Prozess Zug um Zug ausschleichen lassen, denn der Vierbeiner wird das neue Futter schnell zu schätzen wissen.

Nach den ersten Mahlzeiten

Konnte man die erste Mahlzeit erfolgreich auf Barf umstellen, sollte man das Tier beobachten. So lange der Hund sich nicht übergibt und keinen Durchfall oder Verstopfung hat, ist alles perfekt. Hat der Vierbeiner eine beschleunigte Verdauung, wird das Fleisch leicht überbrüht und es werden zerstampfte Karotten zugegeben.

TIPP: Schleimige Kotablagerungen und ein weicher Stuhlgang sind beim auf Barf umstellen normal. Sollte das Tier allerdings öfter dünnflüssigen Kot ausscheiden, muss man umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Erkrankung und um gar keine Umstellungsreaktion.

Erfolgreich auf Barf umstellen: Wie geht es weiter?

Konnten die Besitzer den Hund erfolgreich auf Barf umstellen und der Vierbeiner akzeptiert das neue Futter, wird er es in der Regel auch gut vertragen. Es ist wichtig, die tägliche Tagesration zu berechnen. Als Richtmaß werden 2,5 Prozent bis 5 Prozent des Körpergewichtes angenommen. Es kommt hierbei darauf an, wie sportlich aktiv der Hund ist. Der kastrierte Rüde, der Sport ohnehin für Mord hält, kommt beispielsweise auch mit 2 Prozent Futter aus.

Ein kleiner Hund mit 10 Kilogramm Körpergewicht braucht ungefähr ein viertel Kilogramm Hundenahrung. Davon sollte 20 bis 30 Prozent vegetarisch (Obst oder Gemüse) sein, der Rest besteht beim Barfen aus Fleischanteilen. Diese können bei einem gesunden Tier zum Beispiel zur Hälfte aus Hühner- oder Rindfleisch und zu 50 Prozent aus Pansen bestehen.

Rindfleisch und Pansen gehören beim auf Barf umstellen dazu
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Zu einer besseren Hundegesundheit dank Barf

Neben gesunden Hunden im besten Alter können Hundebesitzer auch bei Welpen und älteren Vierbeinern die Ernährung problemlos auf Barf umstellen. Auch bei betagten Tieren wird sich eine natürliche, ausgewogene Ernährung positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Der Körper von jungen Hunden gewöhnt sich ohnehin meist innerhalb von kurzer Zeit an die neue Nahrung.

Konnten die Besitzer erfolgreich auf Barf umstellen, werden sie mit Freude bemerken, dass der geliebte Vierbeiner mit der Zeit um einiges besser riecht. Rohes Fleisch verdauen Hunde nämlich um einiges leichter als Trockenfutter, sodass mit der Zeit Blähungen ganz ausbleiben. Die meisten Begleiterscheinungen, die beim auf Barf umstellen auftreten, klingen meist auch schnell wieder ab.

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