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Der Hund wird durchs Barfen unterversorgt: Stimmt das?

„Mein Hund ist nicht wieder zu erkennen, so gut ging es ihm schon lange nicht mehr“. Diese Aussage machen viele Hundebesitzer, die aufs Barfen umgestiegen sind. Wie passen solche Statements zu der Behauptung, dass ein Hund durchs Barfen unterversorgt wird?

Werden Hunde durchs Barfen unterversorgt?

Gerade Hundehalter, die ihren Hund barfen, machen sich Gedanken um dessen Ernährung. Die einen erkennen von Anfang an, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für das Wohlbefinden des Hundes ist. Andere kommen zum Barfen, weil sie durch eine Vorgeschichte von allergischen Reaktionen auf Fertigfutter oder anderen Erkrankungen nach einem Futter suchen, das von ihrem Hund besser vertragen wird. In beiden Fällen handelt es sich um Tierbesitzer, die der Ernährung ihres Tieres besondere Aufmerksamkeit widmen. Das führt die Aussage, dass Hunde durchs Barfen unterversorgt werden, eigentlich schon ad absurdum. Im Gegenteil, Hunde werden eher durch andere Fütterungsarten als durchs Barfen unterversorgt.

Barf ist eine ausgewogene Mischkost, die genau auf jeden einzelnen Hund zugeschnitten werden kann. Am Anfang ist es notwendig, sich über das Thema zu informieren, um den richtigen Fütterungsplan erstellen zu können. Aber wenn dann geklärt ist, welche Anteile an Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst zu füttern sind, besteht keine Gefahr, dass der Hund durchs Barfen unterversorgt ist.

Wer sich nicht zutraut, selbst einen Fütterungsplan für seinen Hund zu erstellen, kann sich auch an Experten wenden. Es gibt Menschen, die sich bestens mit Barfen auskennen und beratend tätig sind. Vor allem, wenn der Hund Vorerkrankungen mitbringt, kann es hilfreich sein, sich von einem Ernährungsexperten beraten zu lassen, der alle Schwachpunkte mit bedenkt.

Mythos, dass Hunde durchs Barfen unterversorgt ist, ist falsch. Durch Barf kann ein Hund wieder glücklich auf der Wiese spielen
Alexas_Fotos / Pixabay, creative commons public domain

Fertigfutter und Barf im Vergleich

Es stimmt, dass an Fertigfutter Ernährungsexperten mitgewirkt haben, die versuchen, auf eine gewisse Ausgewogenheit des Futters zu achten. Aber das Futter wird stark verarbeitet, hoch erhitzt, haltbar gemacht und gemahlen. Im Fall von Trockenfutter wird die Flüssigkeit entzogen, es verändert sich in Struktur und Geschmack. Viele Vitamine und wichtige Nährstoffe überleben diese Prozedur nicht. Um das auszugleichen werden künstlich hergestellte Vitamine zugesetzt und vielleicht auch noch irgendwelche Geschmacksträger, die dafür sorgen, dass der Hund das Futter überhaupt frisst. Deshalb könnte es eher sein, dass Hunde durch dieses Futter als durchs Barfen unterversorgt werden.

Das Barf-Futter bleibt sehr dicht an der natürlichen Nahrung der Hunde. Püriertes Gemüse und Obst ersetzen die gefüllten Mägen und Därme der Beutetiere. Der Hund ist nämlich kein reiner Fleischfresser, sondern ernährt sich auch von pflanzlichen Bestandteilen, die er früher mit seinen Beutetieren aufgenommen hat. Ein künstlicher Zusatz von Vitaminen und Nährstoffen ist nicht nötig, denn es ist alles noch in der angebotenen Nahrung enthalten.

In der Ernährungslehre ist gerade in der letzten Zeit vermehrt erkannt worden, dass die Vitamine am besten im Zusammenspiel mit den Stoffen, in denen sie natürlicherweise enthalten sind, wirken. Synthetisch hergestellte oder künstlich zugesetzte Vitamine sind weniger oder anders wirksam. Es gibt sogar mittlerweile Stimmen, die sagen, dass die künstlich zugesetzten Vitamine eher schaden als nützen.

Barf und die Hundegesundheit

Hunde, die erst später auf Barf umgestellt werden, zeigen oft einen Zuwachs an Energie und Gesundheit. Der Darm, der nun mit dem Futter versorgt ist, für das er gemacht wurde, kann sich erholen. Viele Hundebesitzer sind zunächst mal erstaunt über diesen Effekt. Besonders Durchfall verschwindet schnell durchs Barfen. Und da der Darm für viele Immunreaktionen zuständig ist und quasi ein zweites Immunsystem im Darm sitzt, wird durch einen gesunden Darm die allgemeine Immunabwehr des Hundes ebenfalls stärker. Deshalb wird der Hund nicht durchs Barfen unterversorgt, sondern fit und gesund.

Es stimmt also nicht, dass Hunde durchs Barfen unterversorgt werden. Das Gegenteil ist der Fall! Unterversorgte Hunde können durchs Barfen ihre Speicher für die verschiedenen lebenswichtigen Nährstoffe wieder auffüllen. Hunde werden nicht durchs Barfen unterversorgt, sondern unterversorgte Hunde sollten gebarft werden.

Quelle Titelbild: DanielBrachlow / Pixabay, creative commons public domain